Fairplay und rechtliche Regeln für Mountainbiker in Österreich

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Mountainbiken kann einem einen traumhaften Tag versüßen, aber wichtig ist zu wissen, was einem Österreich dabei vorschreibt. Was sollen Mountainbiker beachten? Was müssen sie machen? Was dürfen sie nicht? Genau darüber wollen wir euch heute aufklären.

Zwei Mountainbike Fahrer auf einer Bergstrecke

Pixabay, 30.06.2016

Fairplay-Regeln für Mountainbiker

Eine Reihe an „Fairplay-Regeln“ für Mountainbiker sorgt dafür, dass der Wald, seine Bewohner und auch Gäste nicht zu schaden kommen. Diese Regeln solltet ihr befolgen, damit wir unsere Wälder noch lange unbeschwert benutzen können. So wird nicht nur eine respektvolle Mitbenützung des Waldes, sondern auch eine positive Einstellung gegenüber Mountainbike-Fahrern gefördert.

#1 Auf dem Weg fahren

Wenn ihr unterwegs seid, ist es wichtig wirklich nur auf den gekennzeichneten Wegen zu fahren. Quer durch den Wald zu fahren, schadet der Tierwelt, dem Wald selbst und oft auch dem eigenem Bike.

#2 Keine Spuren hinterlassen

Ihr seid in der Natur, das heißt, dass ihr diese auch genau so verlässt, wie ihr sie vorfindet. Die Spuren des Mountainbike selbst könnt ihr natürlich außer Acht lassen, jedoch wird alles wieder mit nach Hause genommen, was zur Tour eingepackt wurde, sprich Trinkflaschen, Essens-Verpackungen und vor allem Zigarettenstummel. Einzig Obstreste dürft ihr zurücklassen, denn über einen süßen Snack freuen sich viele Kleintiere.

#3 Den Bike kontrollieren

Denkt daran, dass ihr nicht die einzigen Sportler im Wald seid. Hinter jeder unübersichtlichen Kurve könnte ein Wanderer, Läufer oder ebenfalls Mountainbiker sein. Deshalb ist es wichtig, dass ihr eure Geschwindigkeit der jeweiligen Situation anpasst und im Notfall immer bremsen könnt. Wie auch beim Autofahren hat das vorausschauende Fahren einen Vorteil für alle „Waldverkehrsteilnehmer“.

#4 Respekt gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern leben

Natürlich hat jeder Sportler sein eigenes Tempo und das gehört berücksichtigt. Schaut darum drauf, dass ihr ein Überholen rechtzeitig ankündigt, damit der Überholte auch darauf vorbereitet ist. Der Überholvorgang selbst soll dann in großzügigem Abstand und mit mäßigen Tempo durchgeführt werden.

#5 Tiere nicht stören

Der Wald und die Weiden werden von tausenden Tieren bewohnt. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass ihr zum einen geöffnete Zäune nach dem Passieren sofort wieder schließt. Weiter solltet ihr zusehen, vor Einbruch der Nacht wieder an eurem Ausgangspunkt zu sein, um die nachtaktiven Tiere nicht bei der Nahrungsaufnahme zu stören.

#6 Vorausplanen

Eine Tour wird nur erfolgreich, wenn man sich gut vorbereitet. Ihr solltet auf die meisten Eventualitäten vorbereitet sein. Pannen und plötzliche Wettereinbrüche können eine schöne Tour negativ beeinflussen. Deshalb informiert euch im Vorhinein, packt die richtige Ausrüstung und das notwendige Werkzeug ein.


Rechtliche Vorschriften

Welche Haftungrisiken bestehen im Wald beispielsweise bei Unfällen mit Holztransportern oder Fußgängern? Welche rechtliche Grundlagen werden hier angewendet?

Betreten des Waldes

Seit dem Jahr 1975 steht ihm Forstgesetz geschrieben, dass aus Gründen der Erholung jeder Bürger den Wald betreten darf. Von diesem Gesetz sind jene Flächen ausgenommen, auf denen neuer Wald gedeihen soll und grundsätzlich gesperrte Waldstücke.

Mountainbike im Wald

Nun ist Mountainbiking aber keine anerkannte Form der Erholung im Wald. Deshalb ist es  nun nötig hierbei, sowie auch beim Reiten oder Befahren des Waldes, eine Einwilligung des Waldbesitzers oder des Forststraßenerhalters einzuholen. Dies kann entweder durch die jeweilige Beschilderung am Waldeingang geschehen oder durch ein privates Gespräch. Bei Missachtung ist hier auch mit Konsequenzen in Form einer Verwaltungsstrafe oder einer zivilrechtlichen Klage zu rechnen.

Wald ist nicht nur Natur

Die Forststraßen dienen in erster Linie der Waldbewirtschaftung. Dies bedeutet, dass zum einen die normale Straßenverkehrsordnung aufrecht ist, sowie man auf Holztransporter, Traktoren, sowie auch Autos vorbereitet sein sollte.

Wer haftet wann?

Grundsätzlich kann bei einem Unfall auf der Forststraße, der aufgrund eines unangemessenen  Zustandes erfolgt, der Besitzer immer haftbar gemacht werden, da dieser für einen ordnungsgemäßen Zustand der Straße verantwortlich ist. Das Fahren abseits der Straße ist verboten, weshalb hier bei einem Sturz auch jeder selbst dafür haftet.

Wie hoch können die Strafen sein?

Mit Pech sehr hoch! Wird man beim Befahren eines offensichtlich gesperrten Waldstücks (mit dem Rad) erwischt, so kann man Strafen von bis zu 730 Euro erhalten. Auch eine einwöchige Haftstrafe ist im Bereich des Möglichen. Das lediglich unerlaubte Befahren eines Waldes, also ohne Einwilligung des Besitzers, aber auch ohne Beschilderung, die es ausdrücklich verbietet, kann eine Strafe von bis zu 150 Euro geltend gemacht werden. In Realität sind aber, zumindest in Österreich, die meisten Waldbesitzer nicht allzu streng. Dies bedeutet in den meisten Fällen wird man wohl davon kommen, trotzdem ist es wichtig, dass ihr über die Rechte des Besitzers Bescheid wisst!

Gibt es Alternativen?

Ja. Wer nicht wild drauf los in den nächsten Wald fahren möchte, der kann sich natürlich auch eine der unzähligen offiziell vereinbarten Mountainbike-Strecken aussuchen. Diese wurden offiziell mit den Eigentümern ausgehandelt und sind leicht im Internet zu finden. Beim Befahren dieser Strecken müsst ihr lediglich darauf achten, dass ihr während den erlaubten Zeiten Vorort seid und dass natürlich wie auch sonst die STVO auf diesen Strecken gilt.

Da ihr nun über die wichtigsten Regeln und Vorschriften Bescheid wisst, steht eurer Tour nichts mehr im Weg!

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