SUP mit Kind: Abenteuerlich und Sicher

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Die Möglichkeit zusammen mit dem Kind eine Paddel-Abenteuer zu unternehmen hat meine SUP-Begeisterung ursprünglich ausgelöst. Ich konnte meine 4-jährige Tochter sehr schnell für SUP begeistern, während mein 2-jähriger Sohn diesem Unterfangen eher skeptisch gegenübertrat.

Ein 2 jähriges Kind sitzt skeptisch auf dem SUP Board, sicher gehalten von seiner Mutter

Auf die Reaktion und Bereitschaft des Kindes achten

Auf eine Einladung eine Runde SUP mitzufahren reagieren Kinder ganz unterschiedlich. Von Angst und Verweigerung bis zu Begeisterung und sogar Übermut. Dennoch deuten diese Reaktionen auf die Bereitschaft des Kindes beim SUP mitzufahren – je sichere sich das Kind im Wasser fühlt, je mehr Erfahrungen es mit verschiedenen Schwimmgeräten gesammelt hat und je mehr Vertrauen es in die SUP-Fahrer hat, desto positiver fällt seine Reaktion aus. Ich würde verzichten ein Kind, das sich für SUP-Fahrt nicht begeistern lässt, unter Überredungsdruck zu setzen. Es gibt Gründe für die abneigende Einstellung und diese können sich mit der Zeit von selbst lösen. Das kann beispielweise an dem Alter, die motorischen Fähigkeiten und auch an Geduldvermögen des Kindes liegen. Denn gerade bei einer SUP-Fahrt muss das Beifahrerkind relativ lange ruhig sitzen können. Und damit kann man einen 2-jährigen wirklich nur schwer begeistern. 4 Jahre ist aber ein gutes Start-Alter für solche Aktivitäten, da auch erste Schwimmerfahrungen bereits gesammelt worden sind.

Mit Kind und ohne Langeweile SUP fahren

Ich empfehle Kinder erst ab dem vollendeten 4. Lebensjahr mit auf eine SUP-Reise nehmen. Kinder in diesem Alter befinden sich üblicherweise in einer Warum-Phase und können bei einer SUP-Fahrt sehr leicht unterhalten werden.

Sie interessieren sich für die einfachsten Dinge, wie die Wellen, der Wind, die Strömung und wie sie alle die Fahrt beeinflussen. Sie beobachten gerne vorbeischwimmende Fische oder Enten beim Wasserlanden, Abheben oder einfach Baden. Sie fangen gerne Blätter von der Wasseroberfläche auf und sammeln den Müll, dass hin und wieder auf der Oberfläche schwimmt.

Vorbereitung und Sicherheitsmaßnahmen für das Kind

Sobald wie ich mich auf dem Board sicher fühlte, wollte ich diese tolle Erfahrung mit meiner Tochter teilen. Sie war aufgeregt und wollte es gleich mal ausprobieren, dennoch musste sie etwas warten. Wir mussten zuerst für ihre Sicherheit sorgen. Ich erklärte sie in der spielerischen Form, dass echte Matrosen eine echte Ausrüstung und Grundausbildung brauchen um mit einem SUP-Schiff fahren zu können.

  • Ausrüstung für echte Matrosen beinhaltete in unserem Fall eine Schwimmweste (in der Größe des Kindes natürlich) und die Schwimmflügel. Wenn die Weste gut sitzt braucht man keine zusätzlichen Schwimmflügel.
  • Grundausbildung für die echten Matrosen beinhaltete eine Übung für das Verhalten in der Seenot. Neben der Erklärung über die möglichen Seenot-Situationen z.B. Sturm, Welle schlägt das ‚Boot‘ um, ‚Kapitän‘ verliert den Gleichgewicht etc. wurde erklärt und geübt vom ‚Boot‘ zu fallen und runterspringen, zurück zum ‚Boot‘ schwimmen und aus dem tiefen Wasser auf den Board aufsteigen.

Nach der Abschluss der Ausbildung stieg eine stolze, voll ausgerüstete und ausgebildete Maus auf den Board hinauf.

Die Seenot-Übung haben wir vor jedem neuen Abenteuer-Start wiederholt. So konnte ich beruhigt sein, dass mein Kind im schlimmsten Fall weiß was zu tun ist.

Gemeinsam mit Kind ein sauberes Zuhause für die Wasserbewohner schaffen

Gerade Müllsammeln gehörte zu den beliebtesten Beschäftigungen in unserem letzten Urlaub. Es gibt mehrere Gründe, die dieses auf dem ersten Blick unattraktives Unterfangen sehr spannend und bereichernd für die Kinder und auch Erwachsenen macht.

Spannung und Suchspiel

Zum Glück sind österreichische Gewässer recht sauber und kein Müll versammelt sich offensichtlich auf der Oberfläche. D.h. der Müll, den es gibt will gefunden werden. Man muss sich gemeinsam überlegen, wo der Müll sich versteckt haben könnte. Auf diese Art und Weise sammelt man viel Wissen und muss auch logistische Strategien ausarbeiten, denn gefundener Müll soll ab und zu ausgeleert werden.

Herausforderung für die Geschicklichkeit

Ansteuern von den Stellen, wo sich der Müll versteckt hat, erfordert auch eine Geschicklichkeit und Planung. Da der Abfall sich oft in schwer zugänglichen und zugewachsenen Teilen des Gewässers einsammelt, wird das ansteuern, fangen und sammeln vom Müll ein herausforderndes Unterfangen auch für den Erwachsenen.

Beziehung stärken und Verantwortung lernen

Ein breites Themenspektrum über die Umwelt, Verschmutzung, Bewusstsein und Verantwortung für die Natur und eigenes Umwelt öffnet sich für ein interessantes und bereicherndes Gespräch mit dem Kind. Gerade bei den 4-järigen kommen solche Fragen hoch wie:

  • Warum sammeln wir den Müll?
  • Warum ist der Müll im Wasser und nicht in der Tonne?
  • Wer hat es ins Wasser reingeworfen? Und warum hat er das gemacht?
  • Warum mögen Fische kein Plastik im Wasser?
  • Warum ist es schlecht Müll in das Wasser zu werfen?

Und so viel mehr Fragen. Und obwohl diese Fragen recht einfach erscheinen, finden sich die guten Antworten nicht ganz so schnell ein. Und wenn einem nur eine schwindlige Antwort eingefallen ist, dann wird man mit eine Reihe an Warum-Fragen es bald feststellen und sich entweder eine bessere Antwort einfallen lassen oder sich zuerst mal über das Thema informieren.

Unsere SUP-Ausflüge waren nicht nur abenteuerlich und herausfordernd, sondern auch sehr lehrreich und unterhaltsam. Für mich war es eine tolle Zweisamkeit Erfahrung mit meiner Tochter. Auch ich konnte mich völlig in das Paddel-Abenteuer und unsere kleine-große Gespräche vertiefen. Und da der Handy am Ufer bleiben musste, konnte es unserer Zweisamkeit nicht stören.

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